Es gibt Orte, an denen das Auto einfach stehen bleibt. Die Fraueninsel ist so einer. Ein paar Minuten mit dem Schiff über das Wasser, dann sind Sie da: eine kleine Insel mitten im Chiemsee, ein Kloster, das seit über tausend Jahren hier steht, schmale Wege zwischen alten Fischerhäusern – und kein einziges Auto.
Mittendrin liegt unsere Pension. Ein Hotel ist das nicht und will es auch nicht sein. Jedes Zimmer ist individuell eingerichtet und hat sein eigenes Bad. Herzstück des Hauses ist die Gemeinschaftsküche: ein großer Tisch unter Holzbalken, an dem sich morgens beim Kaffee alle begegnen. Wer selbst kochen mag, findet dort alles vor.
Auch der Badeplatz am See gehört den Gästen gemeinsam. Ein Handtuch ins Gras, hinein ins Wasser, danach zurück auf den Balkon ins Grüne. Im Sommer ist es Baden und Wassersport, im Herbst der Blick über den See zu den Bergen, im Winter eine Stille, die man auf dem Festland kaum noch findet.
Abends wird die Insel leer. Die Tagesgäste fahren zurück, die Wege werden still, und es bleiben nur die, die hier übernachten und die Kulisse des bayerischen Meeres. Das sind die Stunden, für die man kommt.